Wie fährt sich der Heerweg?
Der Bernauer Heerweg ist kaum technisch und gut zu fahren. Wie anspruchsvoll es wird, bestimmt ihr selbst – über Tempo und Etappenlänge. Geplant und ausgiebig getestet ist die Route für mehrtägiges Bikepacking; Gravelbike, Crosser oder Hardtail passen gut. Fordernd sind vor allem die Anstiege im Oderbruch und vor Stettin – und das Pavé: Die Kopfsteinpflasterabschnitte im Oderbruch verlangen Kraft und Konzentration. Entspannter wird es auf dem schönen Singletrail bei Stolpe.
Rechnet mit ein paar rauen Stellen. Bis in die 1920er- und 1930er-Jahre waren die Straßen hier nicht asphaltiert, im Mittelalter oft nur schmale Pfade. Nach Regen oder bei Dürre brauchte eine Postkutsche mitunter sechs Pferde, um durch Schlamm oder losen Sand zu kommen. Stellenweise ruckelt es also, mal wird es sandig.
Die Route (Stand 2025)
Von Berlin-Spandau geht es auf einer mittelalterlichen Handels- und Heerstraße über Stettin bis an die Ostsee. Zurück führt ein großer Bogen nach Osten durch Polen. Ihr könnt beide Teile fahren – oder nur bis Stettin und von dort mit dem Zug zurück.
Teil 1: Bis Stettin (ca. 240 Kilometer)
Start ist an der Zitadelle Spandau. Von dort folgt ihr dem Bernauer Heerweg nach Norden – durch Dörfer wie Sydow und Grüntal, über sanfte Hügel, an Feldern vorbei. Nach einer Pause an der Oder geht es weiter nach Stettin (Szczecin), zum Hafen und zum Dom St. Jakobi.
Übernachtung in Stettin
Stettin bietet sich für die Nacht an – zwischen den beiden Teilen der Runde oder vor der Rückfahrt mit dem Zug. Die Stadt hat Unterkünfte jeder Art, vom Hostel bis zum Hotel, viele davon nah an Altstadt und Oderufer. Wie unterwegs gilt auch hier: gebucht wird von der Strecke aus, nicht vorab vom Sofa. Mehr dazu unter Übernachtung, Hinweise zur Rückfahrt unter An- und Abreise.
Teil 2: Zurück nach Berlin (ca. 530 Kilometer)
Von Stettin geht es weiter an die Ostsee mit ihren Sandstränden und Dünen. Der Rückweg folgt der Warthe durch weite Natur und kleine Dörfer, bis ihr wieder in Berlin ankommt.
- Unterwegs kommt ihr regelmäßig durch Orte, in denen ihr einkaufen könnt. Hinweise dazu stehen in den Routen.
- Ein kleiner Faltrucksack hilft, den Einkauf die letzten Meter zu transportieren.
- Denkt an Gels, Riegel, Zucker und Elektrolyte (Salz oder Fertigmischungen).
- Wenn es heiß und trocken wird, braucht ihr mehr Wasser: Viele Rahmen haben Montagepunkte für einen dritten oder vierten Flaschenhalter. Sonst helfen Adapter, Faltflaschen oder Trinkbeutel.
Der Begriff Gravel muss inzwischen für alles Mögliche herhalten. Bei uns heißt Schotter wirklich Schotter – ohne Bike & Hike und ohne Abstecher auf die Autobahn. Die gescouteten Strecken setzen auf feine Schotterwege und
befestigte Waldwege. Wir weichen nur bei unvermeidlichen Verbindungsstücken auf wenig befahrene Straßen aus. So lässt sich die Strecke gut planen und einteilen. Grundlage ist der kostenlose
CXB Routenplaner. Er nutzt Open-Source-Werkzeuge und ist speziell fürs Gravelfahren angepasst: Schotterwege werden europaweit visuell hervorgehoben, sodass ihr sie gezielt einplanen könnt. Getestet haben wir den Planer
ausführlich rund um Berlin und u. a. beim Scouting von Wien–Berlin.
Direkt in den Tracks hinterlegen wir zudem Versorgungspunkte wie Supermärkte, Tankstellen und Schutzhütten als POI.




